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Kitespotguide Gardasee - Kitesurfen am Lago di Garda

Kitesurfen am Gardaseee-Kitespotuide Lago di Garda

Der Gardasee oder Lago di Garda im Norden Italiens ist schon lange kein Geheimtipp mehr, weder unter Urlaubern, noch unter Windsurfern und auch ganz und gar nicht unter Kitesurfern. Trotz der überdurchschnittlichen Windstatistik gibt es leider nach wie vor keinen öffentlichen Kitespot, der kostenlos zugänglich ist.

Hier muss man allerdings ein wenig ausholen, die Gesetzeslage in Italien ist ein wenig anders als in Deutschland und in Österreich. Der nördliche Teil des Gardasees liegt im Trentino (Region) und im Trentino ist bis heute das Kitesurfen komplett verboten. Der Großteil des Lago di Garda liegt aber immerhin im Veneto und hier ist das Kitesurfen erlaubt. Wer allerdings bei Südwind am Nachmittag abdriftet und zuviel Höhe verliert, der landet über kurz oder lang im Trentino. Dies zieht massive Strafen und Probleme mit sich. Damit die Kiteschulen am Gardasee aber weiterhin bestehen können, wird man von einem Boot rechtzeitig vom Wasser geholt und an Land gebracht. Dieses Boot und der dazugehörige Bootsfahrer wollen aber bezahlt werden und hier beginnt die Misere. Eine weitere Vorschrift in Italien ist übrigens das Tragen einer Auftriebsweste beim Kitesurfen, auch wenn sich kaum jemand an diese Vorschrift hält, steht es dennoch so im Gesetz. 

Kitesurfen am Gardasee

Der Lago di Garda im Veneto ist ein echtes Eldorado für Outdoor-Fans. Kitesurfen, Windsurfen, Mountainbiken, Laufen, Wandern, Klettern und vieles mehr kann man hier im Umkreis von wenigen Kilometern erleben. Die Gegend um den Lago ist immer um ein paar Grad wärmer als im Süden Deutschlands oder in Österreichs und lockt alleine aus diesem Grund schon im Frühjahr unzählige sonnenhungrige Urlaubsgäste an. Vorallem für Kite- und Windsurfer stehen regelmäßige Wochenendtrips ab März auf dem Plan. Die meisten Windsurfer toben sich im Norden des Gardasees rund um den Ort Torbole aus - die Kitesurfer teilen sich hauptsächlich auf die Orte Malcesine und Campione auf. Warum nur auf die beiden Orte? Weil dies die einzig öffentlich zugänglichen Kitespots sind, sofern man keinen Bootsshuttle chartern will.

 

Was leider das Kitesurfvergnügen am Gardasee ein wenig trübt, ist die Tatsache, dass er an so gut wie allen Wochenenden mit guter oder teilweise auch schlechter Windforecast heillos überfüllt ist. Egal ob du im Hotel nächtigst, am Campingplatz oder mit dem VW Bus unterwegs bist - rund um den Gardasee ist es voll und spätestens ab dem Frühsommer steht man am Wochenende Community-mäßig um den Lago im Stau. Die Campingplätze sind leider schon längst keine günstige Alternative zu überteuerten Hotels und mit dem VW Bus musst du Glück haben, wenn du einen Parkplatz findest, der keine Höhenbeschränkung unter 1,90m aufweist. Mit dem VW Bus kann das tatsächlich eine Challenge werden, deshalb sind wir auch schon mal mit dem Roadster an den Lago gefahren. Weitere Informationen zu Campingplätze, Hotels und was es außer Kitesurfen noch am Gardasee zu erleben gibt, findest du auf dieser Gardasee Informationsseite.

Wind am Gardasee - Was du als Kitesurfer am Gardasee wissen musst

Es gibt grundsätzlich 2 verschiedene Windsysteme am Lago di Garda. Winde haben in Italien immer Namen, es gibt keinen Südwind oder Nordwind, aber es gibt sehr wohl eine Ora und einen Pelér. Neben diesen 2 Hauptwinden gibt es am Gardasee eine Vielzahl von lokalen Winden und Windphänomenen, die werden hier nicht im Detail erwähnt, da sie zum einen schwer vorhersehbar sind und sich deswegen eine Reise an den Lago di Garda nicht rentieren würde.

Pelér (Vento) - Nordwind

Der Pelér beginnt bereits in der Nacht den Gardasee zu belüften. Sobald es morgens hell genug ist, kann man Kitesurfen. Der Pelèr erreicht seinen Höhepunkt mit den ersten Sonnenstrahlen, danach bleibt dieser von der Stärke her relativ konstant, man muss nicht damit rechnen dass dieser Wind plötzlich auffrischt. Der Pelér wird im Laufe des Vormittags immer schwächer bis er gegen 11.00 komplett abflaut. Der Nordwind am Lago di Garda ist ein klassischer Schönwetter-Wind und ist damit auch relativ einfach vorherzusagen. Sobald sich über Mitteleuropa eine konstante Hochdruckwetterlage einstellt funktioniert der Nordwind am Gardasee. Darüber hinaus funktioniert der Nordwind am Gardasee auch wenn nördlich des Gardasees ein Gewitter oder Schlechtwetter durchzieht, allerdings nennen die Einheimischen diesen Nordwind dann Balin.

 

Die beste Zeit für den Pelér ist von Mai bis September. Da es sich bei diesem Wind um ein lokales Windphänomen mit thermischer Unterstützung handelt, so kann man die Werte in Windfinder lediglich als Tendenz werten. Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass Windfinder nur 5-8 Knoten eingezeichnet hat. Wenn die Großwetterlage passt, dann funktioniert dieser Wind sehr häufig.

Ora - Südwind

Die Ora vereint am Lago di Garda mehrere kleinen Winde aus südlicher Richtung. In der Regel setzt der Südwind ein, sobald der Pelér eingeht, dann dreht die Windrichtung langsam von Nord auf Süd und wird kontinuierlich stärker. Gegen 12.00 und 13.30 Uhr erreicht die Ora eine surfbare Stärke. In der Regel kann man mit 2bft. - maximal 5 bft. rechnen. Der Südwind wird nicht so stark wie der morgendliche Nordwind, doch je nach Ort, Material und Gewicht hat man auch am Nachmittag viel Spaß am Gardasee. Sobald die Ora die volle Stärke erreicht hat, muss man auch nicht mit plötzlich auffrischendem Wind rechnen.

 

Eine gute Übersicht ob und wie stark sich die Wind am Gardasee entwickeln liefert auch dieses Diagramm.

 

Einzige Ausnahme: Ein Gewitter zieht auf! Ein Gewitter am Gardasee kann aus dem Südwind am Nachmittag ganz schnell einen Nordwind machen. Allerdings sollte man bei Gewitter nicht am Wasser sein.

 

Die Italiener sind keine Morgenmenschen, deshalb ist natürlich am Nachmittag bei Ora mehr los als morgens beim stärkeren Pelér.

Kitesurfspotguide Lago di Garda-Windchecker in Campione

Die Kitespots am Gardasee

Wie bereits weiter oben erwähnt gibt rund um den riesigen Lado di Garda, lediglich 2 öffentliche Kitespots. Für beide Kitespots muss man bezahlen und zusätzlich eine Kite-Haftpflichtversicherung sowie eine Kite-Lizenz vorweisen.

 

Falls du keine Kite-Haftpflichtversicherung hast, kannst du diese selbstverständlich gegen eine Zusatzgebühr abschließen. Falls du keine Kite-Lizenz vorweisen kannst, können die Betreiber darauf bestehen, dass du Ihnen zeigst wie gut du Kiten kannst. Dies findet mittels Bootsshuttle draußen am See statt, den Bootsshuttle bezahlt man natürlich zusätzlich.

Malcesine - Campagnola - Navene

Der Kitespot ist zwar unter dem Namen Malcesine bekannt, doch tatsächlich befinden sich hier 2 Kitespots, welche aber beide wenige Kilometer nördlich von Malcesine liegen.

Campagnola

Campagnola ist der einzig frei zugängliche und kostenlose Kitespot rund um den Gardasee. Das Kitesurfen ist aber auch hier lediglich geduldet und offiziell nicht erlaubt. An diesem Kitespot kann man den morgendlichen Nordwind-Pelér (Vento) Kitesurfen. Dies ist nur aus einem Grund möglich: Campagnola ist eigentlich ein Badestrand und morgens um 6 Uhr oder früher, wenn dieser Wind weht, sind noch keine Badegäste vor Ort. Der Kiesstrand direkt an der Hauptstraße bietet gerade soviel Platz, dass man seine Leinen auslegen und starten kann. Üblicherweise ist der Wind am Ufer ziemlich böig. Es empfiehlt sich nach dem Starten des Kites sofort Richtung Wasser zu gehen und den Kite im Windfensterrand zu halten. 

 

Der morgendliche Nordwind (Pelér, Vento) bekommt in der Regel zwischen 5-7 Beaufort. Der Wind beginnt bereits in der Nacht und weht bis in den frühen Vormittag hinein. Ab spätestens 9 Uhr wird der Nordwind allerdings sehr böig und es wird Zeit für ein ordentliches Frühstück nach der Kitesession. Am See bildet sich eine mittlere Windwelle, die auch als Kickerwelle nicht zu verachten ist. Der Wind ist für diese Stärke recht konstant und gut vorhersehbar. 

 

Erwähnenswert ist an diesem Spot auch das unglaublich tolle Panorama, wenn im Laufe der Kitesession plötzlich die Sonne hinter den Bergen auftaucht und den See in wunderschönem Licht erstrahlen lässt und ein bißchen Wärme bringt.

 

Nach einer ordentlichen Kitesession wird es dann Zeit für ein Frühstück, zum Glück gibt es ein Cafe auf der anderen Straßenseite, der Kaffee ist italienisch lecker und die Croissants schmecken köstlich.

 

An diesem Kitespot gibt es weder Parkplätze noch öffentliche sanitäre Einrichtungen. Darüber hinaus gibt es hier morgens auch kein Rescue oder jemanden, der auf dich aufpasst.

 

Direkt an der Straße gegenüber dem Kitespot gibt es mehrere Campingplätze, die es dir ermöglichen ohne morgendliche Parkplatzsuche und großen Aufwand hier Kiten zu gehen. Leider sind die Campingplätze nicht gerade billig und nicht besonders gut in Schuss.

Navene

Dieser Kitespot steht unter der Obhut des "Kiteclub Malcesine ASD". Um hier Kitesurfen zu dürfen müssen alle Vorschriften eingehalten, Mitgliedsbeiträge oder Tageskarten bezahlt sein und eine Kitehaftpflichtversicherung sowie eine Kitelizenz vorgewiesen werden. Darüber hinaus muss man sich präventiv auch Rescue Sticker kaufen, die man am Trapez befestigt für den Fall, dass man abtreibt und von einem Boot eingesammelt werden muss. Sobald man einen der Rescue Sticker abgibt, ist man verpflichtet, dass man sofort wieder nachkauft.

 

Die aktuelle Preisliste zum Kitesurfen beim Kiteclub Malcesine ASD findest du hier.

 

Falls du hier Kitesurfen willst und ein Tagesticket oder eine Jahreskarte kaufen willst, plane etwas Zeit ein. Es herrschen italienische Verhältnisse und schnell geht hier gar nichts.

 

Ich bin aktuell nicht sicher, ob der Kiteclub auch morgens öffnet um den Nordwind zu kiten, in der Regel würde ich mich hierauf auch nicht verlassen und besser morgens in Campagnola Kitesurfen.

Das Besondere an diesem Spot ist übrigens, dass man aus einem Tunnel (siehe Bilder) heraus startet. Das heißt die Uferfläche ist nicht breit genug, um eine Leinenlänge auszulegen und den Kite dort starten zu können. Eine Straßenunterführung (Fußgänger Tunnel) bietet die nötige Verlängerung, der Kiter steht dabei im Tunnel und am Wasserrand steht ein Starthelfer des Kiteclubs, der das Starten und Landen der Kites koordiniert.

 

In Navene wird also hauptsächlich die Ora (Südwind) gekitet. Die Ora ist die Gegenrichtung zum Pelér und wenn dieser am Vormittag ausweht, beginnt die Windrichtung zu drehen und spätestens um 13 - 14 Uhr (je nach Jahreszeit) sollte dann die Ora beginnen und den Nachmittag versüßen. Die Ora ist nicht ganz so stark wie der morgendliche Pelér, doch auch hier kann man mit 12 -18 Knoten rechnen. 

 

Insgesamt ist es an diesem Kitespot sehr beengt, das Starten und Landen ist äußerst stressig, aber wenn man dann einmal auf dem Wasser ist, dann wird man für vieles entschädigt.

 

Parkplätze rund um den Kitespot in Navene sind äußerst begehrt und rar gesät, an einem gutem Tag sollte man früh dran sein.

Campione

Kitesurfen am Gardaseee-Kitespotuide Lago di Garda, Campione

Auf der gegenüberliegenden Seeseite findet man das kleine Dörfchen Campione. Dieser kleine Ort ist einem riesigen Immobilienprojekt zum Opfer gefallen, davon zeugen auch heute noch immer teils unfertige Prachtbauten und riesige Baustellen, die mehr schlecht als recht vor Blicken aus der Öffentlichkeit geschützt sind. Der Ort ist lediglich eine kleine Halbinsel, die nur per Tunnel erreichbar ist und unter dem steilen Fels der umringenden Berge herausragt. Der Ort bietet ein Lebensmittelgeschäft und mehrere Bars, darüber hinaus gibt es nur mehr den Bade- und Kitestrand.

 

Die Bestimmungen sind hier gleich wie auf der anderen Seeseite. Clubmitgliedschaft ist Pflicht, Kitelizenz und Haftpflichtversicherung ebenso. 

 

An diesem Spot kann man sowohl den morgendlichen Pelér (Nordwind) als auch die warme nachmittägliche Ora (Südwind) kiten. Das Gedränge am Nachmittag ist ähnlich wie in Navene, allerdings gibt es hier ein bisschen mehr Platz zum Starten und Landen. Rund um den Kitespot gibt es genügend Parkplätze, es gibt in Campione sogar ein riesiges Parkhaus. 

Einziger Wermutstropfen ist, dass man mit dem Campingbus hier nicht übernachten kann, denn der ehemalige Campingplatz passte den Immobilienentwicklern nicht ins Bild und wurde bereits vor Jahren entfernt. Somit muss man sich zum Schlafen und Essen ein anderes Plätzchen suchen. 

 

In Campione gibt es direkt am Kitespot auch eine großzügige Liegewiese für Badegäste oder nicht-kitende Familienmitglieder. Sanitäre Einrichtungen findet man in den umliegenden Bars.

 

Obwohl mir Campione als Kitespot besser gefällt, finde ich die Nähe zu Restaurants, Bars und Cafes auf der anderen Seeseite besser.

Boot-Shuttle

Boot-Shuttles werden am Gardasee als separater Kitespot geführt, da diese Shuttles in beinahe jedem Ort im nördlichen Teil des Gardasees angeboten werden. Nicht nur Kiteschüler nutzen diesen Service. Auch Urlauber und Einheimische lassen sich von den Booten mitten am See aussetzen und Kiten solange vereinbart wurde und werden nach der Session wieder eingesammelt und nach Hause gebracht. Die Kites werden am Boot aufgepumpt und gestartet, der Kitesurfer geht ganz einfach dem Trubel an den Kiteclubs aus dem Weg.

 

Inzwischen haben sich fast alle Kiteschulen auf diese Nachfrage eingestellt. Doch immer wieder hört man Stimmen, die vor allem die morgendliche Pünktlichkeit seitens der Bootfahrer kritisieren.

 

Dieser Service ist natürlich auch nicht kostenfrei, wer daran Interesse hat, der findet in der Suchmaschine einige Angebote.

Fazit zum Kitesurfen am Gardasee:

Der Gardasee ist auf jeden Fall eine interessante Kitedestination. Denn auch wenn im Hochsommer die meisten Thermikreviere schwächeln so ist am Gardasee noch immer eine hohe Windwahrscheinlichkeit anzutreffen. Leider ist der Lago di Garda überfüllt, die Kitespots nur schwer zu erreichen und das Preisniveau steigt von Jahr zu Jahr und steht in keinem Vergleich zum Umland. 

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