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Pro Kitesurfer Interview: Florian Gruber

Pro Kitesurfer Florian Gruber mit Levitaz Kitefoil
Bildcredits: Alex Schwarz

Florian Gruber ist einer der erfolgreichsten deutschen Kitesurfer der letzten Jahre. Der sympathische Bayer hat sich dem Kiterace verschrieben, dennoch erzielt er auch im Winter auf Schnee Riesenerfolge. Im Jahr 2016 gewinnt Florian den prestigeträchtigen Event "Red Bull Ragnarök" in der Kategorie Ski und beendet die Hydrofoil Pro Tour auf einem hervorragendem 4. Platz. Gesponsert wird der Athlet von Levitaz Kitefoils und Flysurfer Kiteboarding.

 

Florian ist seit Kindesbeinen an auf dem Wasser und kam über seinen Vater schon in jungen Jahren zum Windsurfen. Gemeinsam mit ihm war Florian immer auf Reisen und der Suche nach schönen Spots und Wind. 2002, noch lange vor dem großen Hype, hat Florian sein Windsurf-Zeug an den Nagel gehängt und ist zum Kitesurfen gewechselt. Zu Beginn seiner Pro Karriere hat Florian an Freestyle Bewerben teilgenommen und auch in dieser Disziplin beachtliche Ergebnisse erzielt, 2007 hat er zu den Kiteracern gewechselt und seit 2013 ist er mit dem Kitefoil unterwegs und trainiert härter denn je.

 

Wir haben mit Florian gesprochen um etwas Einblick in die Kitefoil Race Szene zu bekommen, zu erfahren worauf es beim Material wirklich ankommt und welche Tipps er für Kitefoil Anfänger hat.

10 schnelle Fragen, damit wir Florian Gruber besser kennen lernen

  1. Morgens Kaffee oder Tee? Kaffee
  2. Lieblingsfarbe? Grün
  3. VW Bus oder BMW? VW Bus
  4. Highheels oder Sneakers? Sneakers
  5. Blond oder Brünett? Blond
  6. Android oder iphone? iPhone
  7. Mojito oder Caipi? Mojito
  8. Vegetarisch oder Fleisch? Fleisch
  9. Radfahren oder Laufen? Laufen
  10. Skifahren oder Snowboarden? Beides, kommt auf die Bedingungen an. Meist bin ich mit Skiern im Geländer beim Freeriden oder auf einer Buckelpiste unterwegs.

Die Kitefoiling Szene steckt zwar nicht mehr in den Kinderschuhen, aber ist dennoch die jüngste Disziplin, die aus dem Kiteboarding heraus entstanden ist. Wie und wann war dein erster Kontakt zum Kitefoiling?

Kitefoiling gibt es im Grunde schon ewig. Die ersten Racer wie Johnny Heineken sind schon lange Jahre mit dem Kitefoil unterwegs. Ich habe Ende 2013 meine ersten Versuche gestartet und war sofort total begeistert. Das war bei einem Fotoshooting in Neuseeland, ich habe lediglich eine halbe Stunde gebraucht und dann war ich schon gut auf dem Racefoil unterwegs. Der Umstand, dass ich jahrelang bereits mit dem Raceboard unterwegs war und eine Menge Erfahrung und Gefühl für Kite und Board entwickelt habe, hat die Lernkurve natürlich drastisch beschleunigt. Zudem hatte ich dort Flachwasser und konstanten Wind, also perfekte Bedingungen für den Kitefoil Einstieg.

Du bist seit geraumer Zeit mit den Kitefoils von Levitaz unterwegs. Levitaz ist in Österreich / Salzburg zuhause, kannst du uns etwas darüber verraten was Levitaz so besonders macht?

 

Ja stimmt, Levitaz wollte mich von Beginn an im Team haben, schlussendlich war die Qualität der ausschlaggebende Grund warum ich mich bereits 1,5 Jahre nach dem Start von Levitaz für diese Marke entschieden habe. Levitaz steht zum einen für Qualität Made in Austria und zum anderen ist es das Know-how und die Professionalität mit der der Mutterkonzern - die Firma Geislinger - die Levitaz Produkte erzeugt. Adrian Geislinger, der Chef, bestreitet selbst Kitefoil Races und weiß ganz genau worauf es ankommt. Dieser Umstand hilft ungemein um Produkte herzustellen, die keinen Kompromiss bezüglich der Qualität und Performance zulassen. Ich selbst als Teamfahrer bin in die Entwicklung eingebunden und gebe regelmäßig Feedback um die Levitaz Produkte ständig zu verbessern. 

Pro Kitefoiler Florian Gruber in schräglage in Somabay
Bildcredits: Alex Schwarz

Kannst du uns mehr über die Firma Levitaz  und den Mutterkonzern Geislinger erzählen? Wieviele Mitarbeiter sind an der Entwicklung beteiligt der Produkte beteiligt und inwiefern kannst du als Pro Kitesurfer die Kitefoils mitgestalten?

 

Die Geislinger GmbH ist ein weltweites Unternehmen und Marktführer im Bereich Carbon Kupplungen für Container Schiffe sowie Windkrafträder. Daher kommt auch das Know-how wie man an diese Sache heran geht und wie man ein Unternehmen aufbaut. Levitaz mit seinem kompromisslosen Anspruch an Qualität hat schnell viele Anhänger gefunden und konnte sich dadurch schnell am Markt etablieren und schnell wachsen. Die Mitarbeiter der Firma Geislinger arbeiten übergreifend und stärken Levitaz den Rücken. Mario Legensteiner ist der Designer für Kitefoils und steht ständig mit uns Teamridern in Kontakt, er setzt unsere Ideen in die Tat um. Andreas ist das Genie, der den Profilaufbau der Foils berechnet, er kalkuliert die Carbon Lagen für die Steifigkeit. Darüber hinaus arbeitet ein Riesenteam der Firma Geislinger im Hintergrund und allen voran ist Adrian Geislinger selbst, der mit seinem Blick von Oben die Arbeiten koordiniert. Wie du siehst sind wir gemeinsam stark und auch ein großes Team.

 

Adrian kommt selbst aus der Raceboard Szene und hat sich eines Tages ein Kitefoil gekauft, schnell wurde ihm klar, dass dieses Produkt noch nicht ausgereizt war und er wusste, dass die Geislinger GmbH das Know-how hat um ein Kitefoil selbst zu entwickeln und entscheidend zu verbessern. In der Regel werden in der Kitebranche Produkte meist kopiert und minimal verbessert. Adrian ist damals den steinigen Weg gegangen und hat das Kitefoil zusammen mit den Experten komplett neu aufgebaut und individuell entwickelt. Aus diesem Grund hat Levitaz bis heute als Alleinstellungsmerkmal die Fuselage aus Edelstahl.

Aber gerade Edelstahl ist doch eigentlich äußerst schwer, hat dies keine negativen Auswirkungen auf die Geschwindigkeit?

 

Die Fuslage aus Edelstahl ist nicht leistungsmindernd, da sich das Gewicht unter Wasser befindet. Im Race Setup haben wir auch schon mit einer Carbon Fuselage getestet, allerdings geht hier die Steifigkeit verloren. Auch das modulare Stecksystem von Levitaz ist ein Grund, dass der Edelstahl Fuselage seine Berechtigung gibt.

 

Die Preise von Kitefoils sind in jeder Hinsicht enorm, siehst du diese Preise gerechtfertigt und wodurch kommen diese hohen Preise zustande?

Wie auch in anderen Bereichen findest du auch günstige Kitefoils. Levitaz im Speziellen verfolgt sehr hohe Qualitätsstandards und bietet einen guten Kundenservice. 

 

Ausschlaggebend für den Preis sind in der Produktion die Formen für die Flügel. Umso hochwertiger die Formen in der Produktion sind, umso besser wird das Endprodukt sein. Vor allem geht es hier darum, dass sich die Formen bei der laufenden Produktion nicht verändern. Die Formen, welche Levitaz verwendet, kosten einen fünfstelligen Betrag. Weiters sind es die Entwicklungskosten von High End Carbon Produkten, die enorme Summen verschlingen. Anders als die meisten Hersteller produziert Levitaz nicht in Asien, sondern in Österreich, dieser Umstand bringt zwar höhere Kosten, allerdings können dadurch zu 100% die Qualitätsrichtlinien eingehalten werden.

 

Es wird aktuell auch viel an neuen Produkten entwickelt, um ein Beispiel zu nennen testen wir im Moment auch Alu Carbon Masten, welche preisgünstiger platziert werden können. 

Wie fühlt sich für dich ein Alufoil im Vergleich zu deinem Levitaz Carbon Foil an?

Um ehrlich zu sein bin ich noch nicht viele Alufoils gefahren, in der Regel sind das meist Freeride Foils, wo die Leistung nicht im Vordergrund steht. Im Racebereich gibt es keine Alufoils! Freeride Foils arbeiten mit größeren Flügel um bereits bei weniger Geschwindigkeit in den Schwebezustand zu kommen, performancemäßig sind diese Modelle nicht ausgereizt. Hier wird auf Komfort und einen günstigen Einstiegspreis geachtet, allerdings wird so ein Einsteiger Alufoil schnell langweilig.

 

Levitaz bietet seit kurzem den neuen Einsteiger Flügel "Cruizer", diesen haben wir vor wenigen Wochen ausgiebig getestet, der macht richtig Spaß und ich erreiche damit Geschwindigkeiten bis 50 km/h.

Pro Kitefoiler Florian Gruber mit Anzug auf dem Kitefoil
Bildcredits: Alex Schwarz

Wie wichtig ist das Board im Vergleich zum Foil?

Für Freerider macht das Board keinen großen Unterschied. Im Racebereich ist das Board schon wichtiger, hier geht es vor allem um Aerodynamik, wir fahren gerne schmale Boards, die seitlich abgeschrägt sind um bei Berührungen mit der Wasseroberfläche in Schräglage nicht zu stören.

Welche Unterschiede gibt es bei den Boards?

Im Racebereich sehen die Boards bis auf wenige Details sehr ähnlich aus. Von der Outline sind die Boards beim hinteren Fuß am schmalsten und beim vorderen Fuß am breitesten. Die Boards werden zudem immer kürzer, allerdings ist dies bei äußerst wenig Wind hinderlich, vor allem beim Starten oder bei Aufsetzern kann man leicht ins Straucheln geraten.

Welche Art der Foilbefestigung bevorzugst du und warum? Platte oder Tuttle Box?

Racemasten werden alle mit Platten befestigt, damit kann man die Position besser einstellen. Mit Tuttle Box wäre dies unmöglich. Beim Race benötigst du sehr viel Druck auf dem vorderen Fuß, damit behältst du auch bei hohen Geschwindigkeiten die Kontrolle über dein Material. Zudem passe ich auch den Heckflügel mit kleinen Carbon Plättchen an meine Vorlieben an. 

Wie sieht dein aktuelles Setup aus?

Ich fahre das Serien Levitaz Raze mit dem 2017 Bionic Prebreg Setup, jeder Racer wird dieses Setup lieben. Das Prebreg Finish gibt dem Foil zusätzliche Steifigkeit.

Florian, du bist einer der schnellsten Kitefoiler der Welt, was ist die höchste Geschwindigkeit, die du je gemessen hast?

Ich messe gar nicht so oft, das letzte Mal hatte ich vor 2 Jahren ein GPS dabei. Raus gekommen sind 65km/h - bei Nicolas Palier wurden während eines Rennen bereits 74km/h gemessen.

Hast du Insidertipps um ein Serienfoil noch schneller zu machen?

Ich schleife mein Foil an der vorderen Kante des Mastes vor jedem Rennen mit einem 8-12 hunderter Schleifpapier ganz leicht an, um Strömungsabrisse und somit Touchdowns zu verhindern.

Siehst du nach oben hin eine Grenze was die Geschwindigkeit betrifft?

Nach oben hin ist noch viel offen, in Frankreich gibt es sogar eine eigene Superrace Szene. Ab einer gewissen Geschwindigkeit verliert man aber unweigerlich die Kontrolle.

Wie schätzt du die Verletzungsgefahr für Kitefoil Beginner ein?

Sofern man ein paar Dinge beachtet und ein geübter Kiter ist, sehe ich keine Gefahr. Allerdings empfehle ich jedem Anfänger einen Helm und Prallschutzweste sowie einen langen Neopren zu tragen und auch Neopren Schuhe helfen, um kleinere Schnittverletzungen durch die Flügel als Beginner zu vermeiden. 

Pro Kitefoiler Florian Gruber in Somabay
Bildcredits: Alex Schwarz

Haben kurze Masten für Kitefoil-Beginner Vorteile?

Wenn man sich ein bisschen dahinter klemmt, dann macht es eigentlich keinen Sinn. Die kurzen Masten (30cm) sind bereits nach 2-3 Sessions ausgereizt. Doch auch Levitaz wird einen kürzen Masten (50-60cm) für Anfänger auf den Markt bringen.

Was sind deine Killertipps für Kitefoil Beginner?

Als Anfänger sollte man nur mit den vorderen Fußschlaufen fahren und diese auch nicht allzu eng machen, damit man in jeder Situation raus kommt und nicht Gefahr läuft, dass einem das Foil beim Verkanten den Fuß verdreht. Noch besser wäre es ganz ohne Schlaufen anzufangen, allerdings hat man dann noch weniger Kontrolle über das Material. Falls die Option besteht dann ist man als Kitefoil Anfänger gut beraten, wenn man das Foil so weit als möglich hinten und die vorderen Fußschlaufen ganz vorne befestigt. Bei der ersten Session sollte man sich langsam an das Foil gewöhnen und ohne zu versuchen in den Schwebezustand zu kommen ein paar Schläge fahren. Der nächste Schritt sollte dann eine langsame (nicht ruckartige) Gewichtsverlagerung mittels Hüfte nach hinten sein und das Foil langsam aus dem Wasser aufsteigen lassen. Das Ausbalancieren ist dann nur mehr Übungssache, irgendwann macht es Klick im Kopf und von da ab macht es so richtig Spaß.

 

Viele wählen gerade zu Beginn einen zu kleinen Kite, das ist am Anfang kontraproduktiv, da man sich auf das Foil und auf Sinusfliegen konzentrieren muss. Man sollte den Druckpunkt gut am Depowerweg spüren.

Würdest du einem Kitefoil Beginner zu bestimmten Übungen bzw. zu einem bestimmten Training raten?

Mit Sicherheit helfen Gleichgewichts- und Stabilitätsübungen, sowie Slacklinen. Ich würde auch sagen, dass Erfahrung mit Directional Boards immer von Vorteil sein wird.

Gibt es eine spezielle Ausrüstung neben dem Kitefoil welche du einem Anfänger empfehlen würdest? Gibt es eine spezielle Bar?

Nein, es gibt keine spezielle Bar oder sonstige Eigenheiten. Im Racebereich verwenden wir lediglich verlängerte Depowertampen, damit wir jederzeit eingreifen können, ohne die Schräglage zu verlassen.

Wieviele Knoten Wind benötigst du um in den Schwebezustand mit dem Kitefoil zu kommen?

Hier kommt es auf mehrere Umstände wie Temperaturen und Meereshöhe an. Bei 4 Knoten Wind  kann ich im Idealfall sowohl mit dem Racesetup als auch mit dem Levitaz Cruizer fahren. Das Problem ist nur, wenn der Kite runterfällt.

Ist das Körpergewicht als Kitefoil Pro Rider ein Thema und ausschlaggebend für Ergebnisse?

Nein eigentlich nicht. Bei Leichtwind haben schwere Kiter einen Nachteil und bei Starkwind haben leichte Kiter Nachteile, das hält sich ganz gut die Waage.

Pro Kitefoiler Florian Gruber Sprung mit Kitefoil
Bildcredits: Alex Schwarz

Was ist deiner Meinung nach der schönste Spot zum Kitefoilen weltweit?

Das ist hart, es gibt soviele. Ich kite sehr gerne bei mir zuhause in den Bergen am Weidensee, der bietet eine unvergleichliche Kulisse!

Wie läuft die aktuelle Saison und welche Ziele hast du dir für diese Foilsaison gesteckt?

Aktuell haben wir den ersten Wettkampf in Mexico absolviert, man kann noch nicht soviel sagen, lediglich die Spitze ist sehr eng beieinander. Ich habe den Bewerb als siebter beendet und war selbst Schuld, ich habe ein paar kleine Fehler bei Starkwind gemacht und 3-4 Plätze verloren. Ich hoffe, dass ich es dieses Jahr schaffe des öfteren unter die Top 5 zu kommen. Das ist mit meinem Material auch möglich, man darf sich nur keine Fehler erlauben.

Vielen Dank für deine Zeit und deine ausführlichen und ehrlichen Antworten, wir haben einiges von dir lernen können! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und drücken dir die Daumen für die aktuelle Pro Tour.

 

Wenn du an Florian Gruber dran bleiben willst, dann findest du hier seine Social Media Profile:

 

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