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Wir haben uns 30 Tage vegan ernährt - Das sind unsere Erfahrungen

Paprika - (Bild von Christine Sponchia auf Pixabay)

Unsere Freunde und Menschen, die uns näher kennen, werden beim Lesen dieses Blogbeitrags wohl eher verwundert sein. Unsere Blogleser vermutlich auch, denn dieser Beitrag passt in keine Kategorie auf diesem Blog. Noch nie haben wir angedeutet, dass wir uns vegan ernähren möchten oder haben jemals Tendenzen zu vegetarischer Ernährung gezeigt. Was ist also passiert?

 

Ich muss vielleicht etwas vorgreifen. Wir haben in unserem Freundes- und Bekanntenkreis einige Menschen, die seit vielen Jahren als Veganer leben und mich haben immer die Beweggründe interessiert und wie es den Menschen dabei auch geht. Ich habe zwar ein paar Mal auch darüber nachgedacht, wie es für uns wäre, wenn wir uns pflanzenbasiert ernähren würden, den Gedanken aber immer wieder gleich verworfen, weil zu kompliziert, wir essen ja eh schon großteils gesund und wie soll das überhaupt auf unseren Reisen klappen....

Wir haben zwar in den letzten Jahren unseren Fleisch- und Fischkonsum sehr reduziert auf circa ein bis zwei Mal pro Woche, aber Milchprodukte, Wurst und Eier haben wir sicher täglich gegessen. Auf eine vegetarische Ernährung umzustellen wäre also nicht allzu schwierig gewesen, hat uns aber auch nicht gereizt.

Zudem muss man auch sagen, dass viele Veganer mit Vorurteilen zu kämpfen haben und nachdem unser Leben für Außenstehende schon erklärungsbedürftig und kompliziert genug ist, lag es uns fern, auch hier noch etwas Neues auszuprobieren und uns ständig erklären zu müssen oder auch noch nach Rechtfertigungen zu suchen, wenn man uns mal "ertappen" würde, dass wir etwas essen, das nicht vegan ist oder warum wir Lederschuhe tragen.

Wir lassen uns nicht gerne in eine Schublade stecken und die vegane Schublade ist leider keine einfache.

 

Und eigentlich habe ich auch jetzt lange mit mir gehadert einen reißerischen Blogartikel à la "30 Tage vegan und das ist passiert!" zu schreiben, allerdings ist es schwer, das anders auszudrücken. Trotzdem ist es mir ein Anliegen unsere Erfahrungen, Ansätze und Überlegungen in einem Blogbeitrag niederzuschreiben. 

Ich finde es auch ziemlich schwer, dem Artikel eine passende Struktur oder eine Ablauf zu verleihen, deshalb verzeihe man mir, wenn ich etwas unstrukturiert zwischen den Überlegungen hin- und her schwenke und zwischendurch noch ein paar Terminologien erkläre. 

Die Ausgangssituation: Warum haben wir uns 30 Tage pflanzenbasiert ernährt?

Bevor ich endlich auf den Punkt komme, hier noch eine Erklärung, was der Unterschied zwischen einer veganen Lebenseinstellung oder einen pflanzenbasierten (plant-based) Ernährung ist. 

 

Es gibt mehrere Gründe, warum jemand zum Veganer wird:

  • Ethik: Veganer, die aus ethischen Gründen auf tierische Produkte verzichten, verwenden auch keine Lederschuhe, Wolle, Daunen oder Kosmetika, die tierische Bestandteile enthalten, weil sie das Leid von Tieren verhindern möchten. 
  • Gesundheit: Hier kommt der Begriff "pflanzen-basiert" zum Tragen. Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen für eine vegane Ernährung entscheiden, nennen das meist im Englischen "plant-based" oder auf Deutsch eben "pflanzenbasiert". Dabei steht die eigene Gesundheit im Vordergrund und es kann aber sein, dass man sehr wohl Lederschuhe und Daunenjacken trägt, weil man den veganen Part im Bereich der Ernährung belässt. Manche Menschen haben Allergien oder Unverträglichkeiten, weshalb sie aus diesen Gründen auf tierische Produkte verzichten. 
  • Klimawandel: In den letzten Jahren ist der Einfluss von Massentierhaltung auf das Klima immer präsenter geworden und viele Menschen verzichten dem Klima zuliebe auf tierische Produkte.
  • Menschen, die sich vegan ernähren, weil es gerade hip und angesagt ist, aber sich nicht aus bestimmten Gründen vegan ernähren. 

Wir zählen uns zu Punkt 2 und haben einen pflanzenbasierte Ernährung ausprobiert, um zu sehen, ob es positive Einflüsse auf unsere Gesundheit gibt. Allerdings muss ich zugeben, dass im Laufe der 30 Tage das Thema Ethik uns schon auch immer mehr zum Denken angeregt hat.

Früchte und Obst - Vegane Ernährung
Früchte und Obst - Vegane Ernährung (Bild von RitaE. auf Pixabay)

Ich (Melanie) hatte in den letzten 10 bis 15 Jahren immer mal mit gesundheitlichen "Problemchen" zu kämpfen, die jetzt zwar nicht besonders besorgniserregend waren, aber mich doch immer wieder beschäftigt haben und die ich loswerden wollte.

Dauernde Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Haarausfall, ein nerviger Husten, der seit zwei Lungenentzündungen auch nie vollständig weg war, manchmal Bauchschmerzen nach dem Essen, ab und zu Migräne. Wie gesagt, nichts wirklich Besorgniserregendes, aber eigentlich wäre es gut, die Ursachen zu wissen, um etwas Gravierendes ausschließen zu können. 

Der erste Gedanke der Ärzte war, mich auf Unverträglichkeiten wie Laktose, Gluten, Fruktose oder Allergien zu untersuchen. Dabei ist nichts herausgekommen, was auf der einen Seite beruhigend war und auf der anderen Seite nicht.

Irgendwann bin ich beim Recherchieren mal auf das Thema Schilddrüse gestoßen (kein Arzt ist je auf den Gedanken gekommen, dass das bei mir ein Problem sein könnte) und nach einer Untersuchung wurde eine Unterfunktion festgestellt. Das heißt, das meine Schilddrüse nur auf Sparflamme arbeitet und viele meiner kleinen Problemchen von dieser Unterfunktion ausgelöst werden.

 

Auch da war ich wieder etwas beruhigt - ein Tablette am Tag nehmen und dann wären meine Beschwerden weg, meinten die Ärzte der Schilddrüsenambulanz. Schien logisch, hat aber auch nichts an meinem mangelndem Wohlbefinden und meiner Antriebslosigkeit und den anderen Wehwehchen geändert.

Zwischendurch haben wir auch immer mal andere Ernährungsformen wie Low-Carb oder Intervallfasten ausprobiert, wobei ich sagen muss, dass es mir nie schlechter gegangen ist als mit Low-Carb. Ich weiß, viele schwören drauf und wenn der Körper sagt, dass diese Ernährung zu einem passt, dann ist das für diese Menschen in Ordnung. Mein Körper fand es nicht so cool, deshalb habe ich das wieder gelassen und mich auf einen Mittelweg besonnen. Ausgewogene Ernährung mit Fleisch, Fisch und Milchprodukten aus möglichst guter Haltung, Obst, Gemüse und Getreideprodukte. An meinem Zustand hat sich nichts geändert, nach manchen Mahlzeiten hat ich nach wie vor Bauchschmerzen und musste sofort zur Toilette rennen, ich konnte es aber auf kein Nahrungsmittel zurückführen.

Im vergangenen Herbst war wieder eine Kontrolle beim Schilddrüsenarzt angesagt, der meinte, dass meine Werte etwas aus der Bahn wären trotz der Medikamente. Es wurde dann ein Knoten auf meiner Schilddrüse festgestellt, der zum Glück harmlos ist, aber die Schilddrüse doch irgendwie negativ beeinflusst, weil er weiter wächst und selbstständig arbeitet. Der wird also im Laufe des Jahres entfernt. 

Bis dahin gab es bei mir auch noch immer keine Gedanken an eine vegetarische oder gar vegane Ernährungsform. Auf dem Flug in die Dominikanische Republik haben wir uns auf Netflix die Dokumentation "The Game Changer" angesehen, die einerseits sehr stark kritisiert wird, andererseits aber gute Ansätze enthält. Auf dem Flug haben wir uns dann noch weiter unterhalten, ob wir uns nicht probeweise einen Monat pflanzen-basiert ernähren sollten, um zu sehen, ob es auf unsere Gesundheit positive Einflüsse hätte. 


Ich konnte mir am Anfang überhaupt nicht vorstellen, dass sich die Dominikanische Republik dafür eignet, aber Juergen meinte schließlich, dass wir ständig in unterschiedlichen Ländern auf Reisen sind und es wohl nie den richtigen Zeitpunkt oder das perfekte Land gäbe. Deal! Unsere letzte nicht-vegane Mahlzeit war übrigens das schreckliche Sandwich im Tuifly Flieger. 

Wir haben erstmal auch kaum jemandem davon erzählt, schließlich wussten wir nicht, ob wir es schaffen werden oder ob wir nach drei Tagen schon wieder aufgeben.

Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich mit Juergen den wohl besten Sparringspartner an meiner Seite habe, der immer alles durchzieht und für den es nur "ganz oder gar nicht" gibt. Er ist in diesem Hinblick ein echter Durchbeißer, während ich eher gerne den Weg des geringsten Widerstands gehe und gerne mal aufgebe, wenn es schwierig wird. Es wäre allerdings auch schwer gewesen, für zwei unterschiedliche Ernährungsstile zu kochen und einzukaufen, deshalb bin ich froh, dass wir das gemeinsam durchziehen. 

Smoothies  - (Bild von silviarita auf Pixabay)
Smoothies - (Bild von silviarita auf Pixabay)

Vegane Ernährung in der Dominikanischen Republik - Das waren unsere Herausforderungen

Wir sind am späten Abend in der Dominikanischen Republik angekommen und gleich ins Bett gegangen. Als wir dann am nächsten Morgen hungrig und mit Jetlag aufgewacht sind, standen wir vor dem ersten Problem. Bei unserer Airbnb Unterkunft war das Frühstück inklusive und da wir uns erst im Flieger entschieden haben uns plötzlich pflanzen-basiert zu ernähren, mussten wir das unseren Gastgebern jetzt erklären. Die waren zum Glück mega-verständnisvoll und so gab es Tee, schwarzen Kaffee und frische Früchte, von denen viele im eigenen Garten wachsen. Danach ging es ans Einkaufen und man muss natürlich sagen, dass in der Dominikanischen Republik viel Huhn, Fleisch und Fisch gegessen wird und wir somit erstmal einen Speiseplan für die ersten Tage aufgestellt haben, was wir denn überhaupt essen können. 


Da ich sehr gerne koche, habe ich das als neue Herausforderung gesehen und mich nach der ersten Pasta mit Gemüse an kreativere Gerichte gewagt und viel ausprobiert. Wie in der Karibik und Lateinamerika üblich gibt es Reis, Bohnen, Kartoffeln, Yucca, Mais, Avocados und viele andere Gemüsesorten in Hülle und Fülle, von der exotischen Obstauswahl ganz zu schweigen. Selbst Mandelmilch und natürlich Kokosmilch sind erhältlich, sodass wir ein gutes Repertoire an Basisprodukten zur Auswahl haben. Ersatzprodukte wie in Europa gibt es natürlich keine, aber eigentlich bin ich der Meinung, dass das Essen so naturbelassen wie möglich sein sollte und ich wollte Kochrezepte im Kopf haben, die sich auf Reisen in vielen Ländern zubereiten lassen und für die ich nicht unzählige Ersatzprodukte mitnehmen muss. 

 

Nach ein paar Tagen waren wir so eingespielt, dass wir schon wussten, was uns schmeckt, was nicht und wie wir auch genügend Eiweiß zu uns nehmen. Mittlerweile hatten wir auch drei oder vier Möglichkeiten entdeckt, wo wir in den lokalen Restaurants vegane Speisen erhalten, wie zum Beispiel im Fresh Fresh Cafè in Cabarete, im Vagamundo oder im Cafè Claro. 

 

Da wir sehr Italienverliebt sind und Pizza lieben, hatten wir Bedenken, dass uns unsere liebste Speise ohne Mozzarella, Prosciutto und die anderen Leckereien nicht mehr schmecken würde. Allerdings haben wir zwei Pizzerien in Cabarete entdeckt, bei denen wir die Pizza nach unserem Geschmack belegen lassen können. Am besten schmeckt uns eine Pizza Marinara mit frischen Tomaten, Knoblauch und Basilikum und vorweg eine ordentliche Schüssel Salat. Wer Pizza isst, kennt bestimmt das Gefühl, dass man sich danach fast nicht mehr bewegen kann, weil man so voll ist und wenn die Pizza viele scharfe oder würzige Zutaten enthält, man auch mal Sodbrennen bekommt.

Tja, nach dieser veganen Pizza geht uns das nicht so und wir fühlen uns auch nicht "überfressen". Ganz im Gegenteil, die Pizza ist ausgesprochen gut und ich hätte mir nie vorstellen können, dass ein Pizza ohne Mozzarella so schmecken kann. Es sind allerdings auch echte Italiener, die die Pizzeria betreiben. 

Zusammengefasst: Überraschenderweise ist uns die pflanzenbasierte Ernährung in der Dominikanischen Republik überraschend einfach gefallen, so lange man die Möglichkeit hat großteils selbst zu kochen. Eigentlich hätten wir uns kein besseres Land für den Start vorstellen können, weil wir es hier geschafft haben, ohne Ersatzprodukte (außer Mandelmilch) ausgezeichnete Gerichte zu kochen, die mehr als gut schmecken! 

Wie ist es uns gesundheitlich nach 30 Tagen veganer Ernährung gegangen?

Ich hatte ehrlich gesagt null Erwartungen, dass es mir besser gehen würde, ich ließ es einfach auf mich zukommen. Schon nach ein paar Tagen war meine Müdigkeit und Antriebslosigkeit nahezu weg, ich habe mich zum ersten Mal seit Jahren gut und normal gefühlt.
In den 30 Tagen hatte ich kein einziges Mal Bauchschmerzen oder -krämpfe nach dem Essen oder irgendeine andere Form von Unwohlsein. Mein Husten, der ab und zu auftaucht, ist ebenfalls weg. Das führe ich vor allem auf das Weglassen von Milchprodukten zurück, die auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin den Ruf haben, den Körper zu "verschleimen" und mein Husten war leider auch etwas schleimig. Insgesamt fühle ich mich einfach richtig gut und das zum ersten Mal seit Jahren. Ich muss sogar erwähnen, dass ich den vergangenen 30 Tagen kein einziges Mal Migräne hatte und das ist sehr ungewöhnlich. Ich werde weiter beobachten, ob das nur Zufall war oder ob sich das auch verbessert. 

 

In den ersten zehn Tagen unseres Aufenthalts in Dominikanischen Republik gab es leider wenig Wind, dann hat der Wind aber eingesetzt und Juergen war jeden Tag für zwei bis drei Stunden zum Kitesurfen in der Welle. Er hatte nie das Gefühl durch die pflanzenbasierte Ernährung zu wenig Energie und Kraft für Sport zu haben, ganz im Gegenteil, er ist von der veganen Ernährungsform vielleicht noch einen Ticken begeisterter als ich.

Bohnen , Tomaten, Chilischoten - Vegane Ernährung
Bohnen , Tomaten, Chilischoten - (Bild von RitaE auf Pixabay)

Was sind die Herausforderungen und werden wir mit einer pflanzenbasierten Ernährung weitermachen?

Wohl zum Schrecken einiger unserer Familienmitglieder, Freunden und Bekannten werden wir die pflanzenbasierte Ernährung beibehalten. Es tut uns so gut, es schmeckt uns und nebenbei verhindern wir auch, dass Tiere leiden müssen.

Was wir nicht tun werden: jemanden zu bekehren oder überzeugen zu wollen. Die positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben wir für uns festgestellt, andere fühlen sich mit Low-Carb besser, andere essen nur Fast-Food. Jeder soll sich so ernähren, wie er es für seine eigene Gesundheit verantworten kann und leben möchte. Auch unsere Freunde, die vegan leben, haben nie versucht, uns zu bekehren oder uns mit Schreckensbildern oder -meldungen zu schocken und das rechne ich ihnen auch hoch an. 

 

Andererseits werde ich mich auch nicht von Nicht-Veganer mit Schreckensmeldungen, wie schlecht pflanzen-basierte Ernährung für den Körper sei, vom Gegenteil überzeugen lassen. Jede Ernährungsform kann gesund oder ungesund sein, je nachdem wie sie ausgelebt wird. Es gibt Veganer, die sich nur von Ersatzprodukten und Fast-Food ernähren und natürlich ist das nicht gesund. 

Die Fleisch- und Milchindustrie (und die Pharmaindustrie) bemühen sich natürlich auch mit allen Kräften die vegane Ernährungsweise möglichst schlecht da stehen zu lassen, aber darauf möchte ich in diesem Fall nicht näher eingehen, wer sich dafür interessiert, findet Berichte und Informationen dazu in Hülle und Fülle. 
Ich für unseren Fall kann sagen, dass wir wohl noch nie so viele Vitamine und gesunde Nährstoffe zu uns genommen haben wie in diesen 30 Tagen und sich keiner Sorgen um uns machen muss. Zuhause werden wir natürlich mal ein Blutbild machen lassen im Hinblick auf Vitamin B12, aber ansonsten habe ich keine Bedenken. 

Gab es in den 30 Tagen keine Ausnahmen und bezeichnen wir uns jetzt als Veganer?

In den 30 Tagen unserer pflanzenbasierten Ernährung wurde uns im Restaurant auf einem Veggie Burger eine Scheibe geschmolzener Käse serviert, der auf der Karte nicht angegeben war. Das ist jetzt auch kein Beinbruch und wir haben den Burger gegessen. Beim einem Restaurantbesuch in einem Land, in dem Veganer so selten sind wie Außerirdischen und man die Sprache nur rudimentär beherrscht, können solche Sachen passieren und da bin ich auch niemandem böse. Wenn man sich zu 100% vegan ernähren möchte und immer sicher gehen will, dass sich absolut keine tierischen Produkte im Essen befinden, muss man wohl sowieso immer selbst kochen, da mache ich mir keine Illusionen.

Du fragst dich vielleicht, ob wir nie Lust auf tierische Produkte hatten und ob wir uns als Veganer sehen?
In den ersten zwei Wochen habe ich hauptsächlich Käse oder mal ein Ei vermisst. Fleisch und Wurst hat mir interessanterweise überhaupt nicht gefehlt, wohl auch, weil das Fleisch hier an der Fleischtheke überhaupt nicht appetitlich aussah oder roch. Wenn der Geruch von gegrilltem Fleisch vorbeizieht, denke ich schon kurz, dass es gut riecht, aber im Gegenzug denke ich daran, dass ich die ganzen pflanzlichen Grillrezepte noch nicht ausprobieren konnte. 

 

Wir sehen uns übrigens nicht als Veganer, weil wir uns einfach nicht gerne in eine Schublade stecken lassen möchte, die keine Fehler erlaubt und man hauptsächlich von Nicht-Veganern "entlarvt" werden würde, wenn man gerade etwas nicht-pflanzliches gegessen hat. Ich esse nach wie vor ab und zu Honig, weil ich ihn mag und weil ich da keine negativen Effekte auf meinen Körper sehe. (Außer den Zucker natürlich, aber nachdem wir sowieso fast keinen Zucker mehr essen, kann ich einen Löffel Honig für mich mit gutem Gewissen ab und zu essen. Juergen überlegt noch, ob er künftig Honig essen wird oder nicht.)
Was ich aber definitiv rigoros weglassen werden, sind Milchprodukte, denn ich merke, dass sie mir einfach nicht gut tun. Beim Käse fällt es mir nicht ganz so leicht, deswegen werde ich zuhause versuchen, mal selbst veganen Mozzarella oder ähnliches herzustellen und zu probieren, ob uns das schmeckt.

 

Ich will mich auch deshalb nicht als Veganer bezeichnen, weil ich nicht versprechen kann, ob ich nicht irgendwann Lust auf ein Ei oder Sushi mit Thunfisch bekomme und ich will mich nicht steinigen lassen, wenn ich es esse - von keiner Seite. Ich kann die Terminologie, dass wir uns pflanzenbasiert ernähren, am besten mit mir vereinbaren.  


Ich habe auch keine Ahnung, wie lange wir diese Ernährungsform beibehalten. So lange eben, wie wir uns gut dabei fühlen und es unserem Körper gut tut, werden wir dabei bleiben.  

Ich kann schwer damit umgehen, zu sagen, dass ich etwas für den Rest meines Lebens mache (außer bei unserer Hochzeit natürlich). 

Ich kann keinen Job für immer machen und genauso weiß ich nicht, ob ich oder wir uns für immer so ernähren werden. Jetzt haben wir fast 40 Jahre Fleisch, Milchprodukte und Eier gegessen und jetzt einfach nicht mehr. Im Moment passt es für uns und wir bleiben dabei. Sorry an alle Nicht-Veganer, mit denen wir uns künftig zum Essen treffen werden...

 

Recht viel mehr werden wir darüber nicht am Blog berichten, wer sich aber näher mit uns darüber austauschen möchte, darf uns gerne eine Nachricht oder Mail schicken. 

Ein paar unserer Freunde, die vegan leben, haben selbst einen Blog oder eine Website, deshalb verlinke ich sie gerne hier:

 

Christina von CitySeaCountry, die tolle Tipps gibt, wenn man als Veganer auf Reisen ist.

Antonia von The vegan rainbow blog, die über die vegane Lebensweise rund um Kapstadt berichtet.

Kerstin von Iss bewusst, mit der lieben Kerstin habe ich studiert und sie ist als Ernährungscoach in Berlin tätig ist.

Dr. Sabine Egger, lebt vegetarisch und berichtet als Kitesurferin und Ärztin in ihrem Podcast über Gesundheits- und Ernährungsthemen. (Ich mag ihren Slogan "Mein Leben, meine Regeln")

Wer sich ein paar erste Einblicke holen will, was uns bewegt hat, diese Ernährungsform auszuprobieren, kann sich auf Netflix "What the health", "The Game Changer" oder "Cowspiracy" anschauen. 

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